Archäologen haben in Galicien (Nordwestspanien), nahe A Guarda, einen etwa 2000 Jahre alten Granitstein entdeckt, der auf der einen Seite ein sorgfältig eingraviertes Triskel und auf der anderen eine deutlich grobere, bisher nicht entschlüsselte Gravur trägt. Diese Kombination stellt einen ungewöhnlichen Doppelbefund dar und wirft Fragen zur Entstehungszeit und Funktion des Steins auf.
Fundort und Kontext
Der Stein wurde im Rahmen von Ausgrabungen am Castro do Pico da Bandeira nahe A Guarda gefunden, einer eisenzeitlichen Siedlung mit römischem Einfluss. Die Archäologiegruppe Árbore Arqueoloxía e Restauración unter Leitung von Nerea Vilariño führte die Untersuchungen durch. Gefunden wurde der Stein in den Überresten eines kreisförmigen Gebäudes, dessen Nutzung in die Zeit zwischen 1. Jahrhundert v. Chr. und 1. Jahrhundert n. Chr. datiert wird. Die Umstände lassen auf Repräsentation oder rituelle Nutzung schließen, auch wenn mehr als die Hälfte des Gebäudes noch aussteht und die genaue Funktion unklar bleibt. ([arkeonews.net](https://arkeonews.net/unique-2000-year-old-stone-with-two-mysterious-symbols-discovered-in-galicia/?utm_source=openai))
Die Gravuren im Überblick
- Triskel-Seite: Auf der einen Seite des Steins ist ein fein gearbeitetes Triskel zu erkennen – ein Symbol mit drei spiralartigen Armen, das häufig mit keltischen Traditionen, Bewegung, Zyklus oder Erneuerung in Verbindung gebracht wird. Die Gravur war offenbar durch die Position des Steins im Erdreich geschützt. ([focus.de](https://www.focus.de/wissen/in-spanien-wurden-zwei-mysterioese-symbole-auf-einem-2000-jahre-alten-stein-gefunden_6f6f42b7-a06b-42e9-8760-ffe5f277f1c9.html?utm_source=openai))
- Gegenseite: Die Rückseite zeigt eine gröber ausgeführte Gravur unbekannter Art, deren Bedeutung bislang nicht entschlüsselt werden konnte. Die Archäologen prüfen, ob beide Gravuren gleichzeitig entstanden sind oder ob die später ohne ästhetische Sorgfalt hinzugefügt wurden. ([focus.de](https://www.focus.de/wissen/in-spanien-wurden-zwei-mysterioese-symbole-auf-einem-2000-jahre-alten-stein-gefunden_6f6f42b7-a06b-42e9-8760-ffe5f277f1c9.html?utm_source=openai))
Wissenschaftliche Bedeutung und offene Fragen
Der Befund ist deshalb bemerkenswert, weil bisher wenige vergleichbare doppelseitige Bearbeitungen dieses Alters bekannt sind. Der archäologische Kontext – rund um das Jahr 0 und Zeiten des kulturellen Übergangs – macht den Fund besonders interessant. Er wirft Fragen auf:
- Stammen beide Gravuren aus derselben Periode oder wurden sie in unterschiedlichen Generationen angefertigt?
- War der Stein ursprünglich dekorativ oder funktional Bestandteil eines Bauwerks, etwa eines Eingangsbereichs?
- Könnten die unterschiedlichen Stilrichtungen kulturell oder sozial unterschiedliche Nutzergruppen spiegeln?
Archäologen erwarten, dass weitere Analysen – etwa stilistische Vergleiche, petrographische Untersuchungen oder Kontextdaten – Aufschluss über die Datierung und Bedeutung beider Gravuren geben werden. ([arkeonews.net](https://arkeonews.net/unique-2000-year-old-stone-with-two-mysterious-symbols-discovered-in-galicia/?utm_source=openai))
Fazit
Der Fund eines zweifach gravierten Steins im Castro do Pico da Bandeira stellt eine ungewöhnliche Entdeckung dar, die sowohl keltische Symbolik als auch unbekannte grafische Elemente vereint. Der Befund erweitert den Blick auf kulturelle Praktiken in Galicien zur Zeit des Übergangs zwischen eisenzeitlichen Traditionen und römischem Einfluss. Weitere Forschung ist nötig, um das Zusammenspiel der Gravuren zeitlich und funktional zu klären.
